Pssst…! Wir haben Neues aus unserer Community

Seit dem Wintersemester 19/20 dürfen wir MediNetz Tübingen e.V. als neue Mitgliedsinitiative der World Citizen School willkommen heißen. Was sie so tun und was das mit uns zu tun hat, haben wir hier nochmal zusammengefasst. Und in dem Zuge auch noch direkt eine kleine Übersicht unseres gesamten Netzwerkes erstellt – schau gerne mal rein!

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Wir waren im freien Radio!!!

3,2,1… und wir sind on air! In der Live-Sendung des “Lokalmagazins” der Wüsten Welle in Tübingen, durften wir, die World Citizen School, von uns und unserer Arbeit erzählen. Das war Storytelling ganz ohne Drehbuch und so authentisch wie es nur geht.

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Das Ressort Demokratie & Menschenrechte

Von Monja Stolz, Social Reporterin für Demokratie & Menschenrechte.

 

Die Menschenrechte sind meiner Meinung nach mit die wichtigsten Dokumente, die existieren. Wenn diese befolgt werden würden, wäre die Welt wahrscheinlich eine sehr viel schönere und man könnte sich intensiver und vor allem gemeinsam um andere Probleme, wie z.B. Umweltschutz, kümmern. Menschenrechte sind nämlich ein wichtiges Fundament für Alles. Auch die anderen vier Ressorts der World Citizen School sind eng mit den Menschenrechten verknüpft. Durch das Verfassen der Newsletter und die Begleitung der Initiativen ist mir „der Kampf für die Menschenrechte“ immer mehr zu einer Herzensangelegenheit geworden.

Ungefähr Dreiviertel der Weltbevölkerung lebt in Armut, wird zum Teil bedroht und ausgebeutet. Warum? Für einen Kleiderschrank voll billiger Mode, ein neues Handy oder eine günstige Tafel Schokolade. Wie konnte es dazu kommen? Diese Frage wird wohl schwer zu beantworten sein. Was ich aber sicher weiß, ist dass es Menschen gibt, die sich für die Rechte anderer einsetzen. Ich habe während meiner Zeit beim Institut Initiativen treffen dürfen, die ihre Freizeit „opfern“, um tolle Veranstaltungen zu planen und gegen diese Zustände vorzugehen. Tatsächlich gibt mir das Hoffnung, weil ich nun weiß, dass es doch viele Menschen gibt, die auf das Wohl all ihrer Mitmenschen Acht geben.

Was verstehen wir unter Menschenrechten?

In erster Linie handelt es sich bei Menschenrechten um Rechte, die dazu da sind soziale, wirtschaftliche und politische Verhältnisse zu regeln. Sie steuern und stabilisieren das gesellschaftliche Zusammenleben innerhalb eines Staates und dienen zur Kontrolle von Macht und Gewalt. Menschenrechte haben einen besonderen Rang, da sie für alle Weltbürger*Innen gleichermaßen gelten und nicht zwischen den Staaten variieren.

Der Schutz der Menschenwürde ist Kern der Menschenrechte. Jede*r Bürger*In dieser Welt besitzt gleichermaßen Würde, die zwar verletzt, aber nicht genommen werden kann. Die Würde ist das wichtigste Gut des Menschen, was die Erklärung der Menschenrechte zu einer solchen Notwendigkeit macht.

Die 30 Artikel greifen auf die menschlichen Grundbedürfnisse, sowie auf grundlegende menschliche Fähigkeiten zurück. Sie dienen also auf der einen Seite dem Schutz und auf der anderen Seite der Verwirklichung des Menschen. In dieser Hinsicht lassen sich die Menschenrechte in drei unterschiedliche Kategorien einteilen: Zum einen gibt es bürgerliche und politische Rechte, welche dem Schutz des Individuums vor bedrohlicher und unkontrollierbarer Willkür der Macht dienen und ihm die Möglichkeit geben den Staat mitzugestalten. Sie haben vor allem die Funktion (politische) Mächte abzuhalten und Bürger*innen zu berechtigen bestimmte Handlungen zu vollziehen. Eine zweite Kategorie sind soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte. Diese verpflichten den Staat seinen Bürger*innen menschenwürdige Lebensbedingungen zu gewährleisten. Zuletzt gibt es die Solidarrechte, welche das Recht auf Umwelt, Entwicklung und Frieden beinhalten. Zur Verwirklichung der Solidarrechte ist die Zusammenarbeit aller Individuen erforderlich, was aktuell im Bereich des Umweltschutzes immer deutlicher wird.

Die Merkmale der Menschenrechte

Insgesamt sind es elf Eigenschaften, denen die 30 Artikel zugrunde liegen und welche notwendig sind, damit die Menschenwürde umfassend geschützt wird. Menschenrechte werden als angeboren und unverlierbar, vorstaatlich, individuell, egalitär, moralisch, rechtlich, politisch, universell, fundamental, unteilbar und interpendent und kritisch angesehen. Drei der Merkmale werden im Folgenden noch einmal erklärt, da diese das Wesen der Menschenrechte definieren.

Zunächst ist das die Universalität, was bedeutet, dass die Rechte staatsübergreifend, jenseits von Tradition und kultureller Differenz gültig sind. Keiner Obrigkeit und auch sonst niemandem ist es erlaubt sie einzuschränken. Daran anknüpfend gilt das Merkmal der Egalität, was Gleichheit bedeutet. Die Menschenrechte gelten für ALLE Menschen – ohne Einschränkungen. Dem zugrunde liegt das Differenzierungsverbot, welches besagt, dass Niemand auf Grund bestimmter Kriterien benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Bei dem dritten wichtigen Merkmal handelt es sich um die Unteilbarkeit. Diese bestimmt, dass Menschenrechte stets in ihrer Gesamtheit verwirklicht sein müssen und die einzelnen Rechte nicht voneinander trennbar sind. Darüber hinaus dürfen und können die einzelnen Artikel nicht gegeneinander ausgespielt werden, da sie sich wechselseitig bedingen und Schutz oder Verletzung eines Menschenrechtes Einfluss auf andere Menschenrechte hat. 

Antastbar?

Auch nach 70 Jahren ist in den Nachrichten beinahe täglich von Menschenrechtsverletzungen zu hören. Und hierbei handelt es sich zumeist nur um die akuten Fälle. Überall auf der Welt wird Menschen das Recht auf Freiheit verwehrt und selbst in Deutschland sind Diskriminierungen an der Tagesordnung. Unzählige Länder praktizieren die Todesstrafe und auch eine uneingeschränkte Geschlechtergleichstellung liegt noch in weiter Ferne. Als Einzelperson ist es einem natürlich nicht möglich die Welt zu einem gerechten Ort zu machen. Allerdings ist es möglich sie zu einem gerechteren Ort zu machen, indem wir uns selbst und andere immer wieder über das Thema informieren und infolgedessen auch unser Konsumverhalten überdenken: Nach und nach können bestimmte Lebensmittel oder Textilien gegen fair hergestellte Produkte ausgetauscht werden. Vielleicht bleiben am Ende des Monats auch mal ein paar Euro übrig, die gespendet werden können. Von niemandem wird erwartet alleine die Welt zu retten, allerdings ist es fundamental wichtig sich immer wieder bewusst zu machen, dass es Menschen gibt, die immer noch unter Menschenrechtsverletzungen leiden.

Wir sind alle Weltbürger*innen und somit für das Wohl aller Menschen mitverantwortlich.

Wie lauten die Menschenrechte eigentlich im genauen Wortlaut? Da wahrscheinlich die Wenigsten alle 30 Artikel im Kopf haben, können sie auf der Webseite von Amnesty International noch einmal nachgelesen werden.

 

Quellen:

https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte abgerufen am 03.12.18

Peter Fritzsche, K.: Menschenrechte: eine Einführung mit Dokumenten. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2016.

 

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Das Ressort Entwicklungszusammenarbeit

Anneke Speller, ehemalige Social Reporterin für Entwicklungszusammenarbeit.

 

Die Frage, was genau unter Entwicklungszusammenarbeit verstanden wird, beschäftigt mich bis heute und ich kann immer noch nicht sagen, eine genaue Antwort auf diese Frage gefunden zu haben. Um die Komplexität dieses Wortes zu erfassen, müssen vielen Menschen gegenüber zunächst Vorurteile und berechtigte Fakten aufgeklärt werden.

Bevor ich 2015 meinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Indien begann, stieß ich häufig auf die Schlagzeile „Egotrip ins Elend“. Hierbei ging es um die Infragestellung der Effektivität eines FSJ-lers, der nur mit seiner Hochschulreife ausgestattet in den „Armen Ländern jenseits des Westens“ den Anschein erwecke die Welt zu retten und dabei auch noch sich selbst zu finden. Diese Reflexion beschäftigte mich sehr und ich spielte sogar mit dem Gedanken mein FSJ nicht anzutreten. Ich machte mir also viele Gedanken über dieses Wort Entwicklungszusammenarbeit und nahm es nach und nach auseinander. Beinahe drei Jahre nach meiner Vorbereitung auf meinen Freiwilligendienst und mein anschließendes Ethnologie-Studium reflektiere ich erneut meine Zeit und Tätigkeit, aber auch der globalen und politischen Bedeutung dieses Begriffs.

Das Wort Entwicklungszusammenarbeit (kurz: EZ) lässt sich aufteilen in ENTWICKLUNG, ZUSAMMEN und ARBEIT. Und doch wurden diese drei Komponenten in einem Wort zusammengefasst. Die Wörter einzeln zu definieren fällt mir persönlich etwas leichter.

Dieser schwierige Begriff „ENTWICKLUNG“: Entwicklung ist nicht unbedingt mit der Bedeutung von Fortschritt gleichzusetzen, auch wenn dies eine ideale Vorstellung ist. Doch ist eine Entwicklung immer das Zurücklassen der davor herrschenden Zustände und der Anfang von etwas Neuem. Im Falle der EZ ist hier das Bessere, Effektivere und für alle Beteiligten das Wohlste und Gerechteste von Bedeutung. Ein Fortschreiten zur Chancengleichheit.

Das Wort „ZUSAMMEN“ ist hier das wohl Wichtigste, denn es wurde nach vielen politischen Diskursen erst in das Wörtchen Entwicklungsarbeit eingefügt. Es geht also nicht darum, den „Armen Menschen“ im globalen Süden mit Geldern den westlichen Lebensstil aufzuzwingen und ihnen eine Vorstellung vom Kapitalismus als erstrebenswertes Ziel ihrer bestehenden Ordnung auf die Nase zu binden. Die so genannte „Hilfe zur Selbsthilfe“ funktioniert mit dem westlichen Blick und dessen Werte und Normen auf eine kulturell anders entstandene Gruppe von Menschen einfach nicht. Das Zusammen ist hier der entscheidende Punkt. Denn ohne beide Seiten zu berücksichtigen, scheitert das gesamte Konzept.

Zuletzt steht da noch das Wort „ARBEIT“. Arbeit ist für mich der Prozess den es braucht, um das Konzept umzusetzen. Dabei steht nicht finanzielle Unterstützung und Abhängigkeit im Vordergrund, oder gar die physische Umsetzung gewisser Projekte. Es ist zunächst ein Denkprozess der geschehen muss, insbesondere die Aufarbeitung, manche nennen es auch Entschädigung oder Sühne. Eine Art von Pflicht die es von westlichen Ländern gegenüber anderen zu beweisen gilt. Das Bewusstsein von Schuld im Bezug auf die Kolonialzeit, aber auch auf den heutigen Neo-Kolonialismus und unser aller alltägliches Konsumbewusstsein. Nachhaltiges und ethisch korrektes Bewusstsein zu entwickeln und dieses in Arbeit und Handeln umzusetzen.

Der Begriff Entwicklungszusammenarbeit fängt also schon beim Individuum an, wird größer und weitläufiger in der Umsetzung von Initiativen und idealerweise würde er so auch auf politischer und globaler Ebene funktionieren.

 

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Das Ressort Nachhaltigkeit – mehr als Bambuszahnbürsten

Von Caroline Kunz, Social Reporterin für Nachhaltigkeit.

Für mich ist Nachhaltigkeit die Einsicht, dass ein gutes Leben für alle nur möglich sein kann, wenn wir innerhalb der planetaren Grenzen leben. Mit „gutem Leben“ meine ich hier ein suffizientes Leben, das gerecht und menschenwürdig ist. „Alle“ soll ganz klar betonen, dass wir weg müssen vom Eurozentrismus und hin zum Weltbürgertum. Dabei will ich aber nicht nur isoliert Menschen meinen, sondern auch die Natur (von der wir übrigens ein Teil sind), also alle anderen Lebewesen miteinbeziehen. Nachhaltigkeit hat für mich eine soziale (soziale Verträglichkeit und Bewusstsein für soziale Unterschiede bzw. Ungerechtigkeiten), eine ökologische und eine wirtschaftliche Ebene. Ressourcen (abgesehen von Luft und Liebe vielleicht) sind nicht unendlich, auch wenn unser kapitalistisches Wirtschaftssystem aktuell auf dieser Annahme fußt.

Viele Initiativen, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen, bewegen sich auf dem Terrain der Konsumkritik. Das finde ich sehr wichtig, weil so Nachhaltigkeit auch in den Alltag von Menschen implementiert werden kann. Die konventionell angebaute, nicht-fairtrade Banane aus Costa Rica kann nicht klimaneutral, nicht nachhaltig sein. Sie unterstützt soziale Un-Nachhaltigkeit mittels Ausbeutung (von Menschen und Bodenfläche via Düngemittel), hat einen weiten Weg hinter sich und daher viele Kilogramm CO2 zu verantworten. Wie gesagt, Konsumkritik schafft ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ist daher ein essentieller Bestandteil von politischem Wandel. Allerdings ist es damit leider noch nicht getan. Wir leben in einem System, das auf Ausbeutung und Wachstum ausgelegt ist. Wenn wir den Planeten – und damit uns selbst – also wirklich retten wollen, das 1,5 Grad Ziel einhalten wollen, müssen wir auch die Systemfrage stellen. Das allein reicht aber natürlich auch nicht, weil ohne Konsumkritik kein Bewusstsein dafür, dass das System in Frage zu stellen ist, da wäre. Für mich sind Konsum- und Systemkritik also beides Grundbausteine für einen Wandel hin zur Nachhaltigkeit.

Das mag so klingen, als wäre alles ein einziges Problem. Und oft fühle ich mich auch so und gebe die Hoffnung auf, dass wir das Ruder noch rumreißen und die Klimakrise bewältigen können. Aber Hoffnung entsteht durch Handeln. Egal ob an der World Citizen School, in einer Initiative, direkt auf der Straße oder bei massenhaftem zivilem Ungehorsam. Ich will dich, die du das liest, dazu ermutigen, unbequem zu sein. Denn auf unserer Bequemlichkeit haben wir uns lange genug ausgeruht.

 

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