Mikrokredite – Fluch oder Segen?

Mikrokredite – viele von uns haben schon einmal etwas davon gehört. Doch die Wenigsten können sich darunter etwas Genaues vorstellen. Geht es Dir ähnlich? Dann lies weiter, denn in diesem Post klären wir Dich darüber auf, was es mit Mikrokrediten auf sich hat. Wir gehen der Frage auf den Grund: Sind Mikrokredite nun ein Fluch oder ein Segen?

Mikro-was?! – Eine kleine Einführung

Bei Mikrokrediten handelt es sich um Kleinstkredite, die an Menschen vergeben werden, die eigentlich keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Das Ziel: Durch Selbstständigkeit aus der Armut. So konnte beispielsweise Celine Yelpoe durch Mikrokredite in Nordghana eine Hühnerfarm gründen, die in den Folgejahren weiter wuchs. Mit diesem Versprechen haben Mikrokredite auch ihren Weg in die Instrumentenkiste der internationalen finanziellen Zusammenarbeit zur Armutsbekämpfung gefunden.

Der Mensch wurde nicht geschaffen, um arm zu bleiben. Nicht der einzelne Arme ist schuld an seiner Armut, sondern das System. Muhammad Yunus – Begründer der Mikrokredite

An sich klingt die Idee zunächst nicht schlecht: Ärmere Menschen erhalten Zugang zum Kapitalmarkt und können sich selbstständig aus der Armut befreien. Denn wie das Zitat des Begründers Yunus verdeutlicht: Niemand ist an seiner Armut selbstverschuldet.

Auf der Wäscheleine sind Geldscheine aufgehängt. Im Hintergrund ist ein Baum.

Mikrokredite unter der Lupe

Doch wie sieht es in der Realität aus? Ganz so einfach ist es leider nicht: Zur Wirkung von Mikrokrediten gibt es nämlich verschiedene Meinungen:

 

Befürworter*innen

Kritiker*innen

Nachgewiesene sinkende Armutsquote

Warnung vor möglicher Schuldenfalle

Beratung durch Mikrokredit-Organisationen

Keine steigenden Einschulungen trotz sinkender Armut

Auch wenn die Meinungen auseinander gehen, steht jedoch fest: Die Politik ist gefragt! Sie muss Rahmen schaffen, damit die Kreditnehmenden auch in Zukunft in gesichterten Verhältnissen leben können. Dazu zählen unter anderem soziale Auffangnetze.

Was bleibt

Mikrokredite sind auf jeden Fall ein nützliches Instrument der finanziellen Zusammenarbeit. Ein Wundermittel zur Armutsbekämpfung sind sie jedoch nicht.

Eine Frage, die wir uns natürlich stellen, ist: In welchem Verhältnis stehen Mikrokredite und Social Entrepreneurship? Vielleicht werden wir das noch im Rahmen des

  • Social Innovation Camps am 10./11. und 14./15. Juni 2021 oder des
  • Development Innovation Camps vom 25. bis 27. Juni 2021 herausfinden.

Hast Du selber schon Ideen? Dann mach mit. Mehr Infos findest Du unter socialinnovation.camp

 

Quellen:

Fröhlich, Silja: “Mikrokredite: Kein Allheilmittel gegen Armut” in: dw.com, 06.11.2019, www.dw.com/de/mikrokredite-kein-allheilmittel-gegen-armut/a-51123088 (aufgerufen am 22.05.2021)

“Mikrokredite: Es gibt auch Schattenseiten” in: Ecorepoter.de, 14.11.19, www.ecoreporter.de/artikel/mikrokredite-es-gibt-auch-schattenseiten/ (aufgerufen am 22.05.2021)

 

Vielen Dank an Disha Sheta von Pexels für das Bild!