Entstehung und Entwicklung

Auftakttreffen im Mai 2013

Entstehungsgeschichte

 

Zu Beginn unserer Reise im Frühjahr 2013 am Weltethos-Institut der Universität Tübingen konnten wir nicht erahnen, wie schnell wir Fahrt aufnehmen und wie viele engagierte Menschen auf unseren Zug aufspringen würden. Wir wollten an der Universität Tübingen einen Ort schaffen, der Studierenden neue Denk- und Handlungsfreiräume bietet und es ihnen ermöglicht, Neues zu entdecken und gestalten zu können. Uns motivierte die Idee, Menschen an einem Ort zusammenzubringen, um gemeinsam die Welt ein Stück besser zu machen.
Unter dem Titel “Netzwerktreffen für Studierenden-Initiativen für gesellschaftlichen Mehrwert” luden wir am 8.5.2013 interessierte VertreterInnen aller uns bekannten Initiativen ein. Das Feedback ermutigte uns, den Austausch fortzuführen und zu intensivieren. Wir wollten ein Netzwerk schaffen, in dem die „Fäden“ sprichwörtlich zusammenlaufen und gaben unserem Projekt den Namen “Student HUB”. Bald darauf zeichnete sich ab, dass die Bezeichnung “Hub“ (dt. „Netzwerkknoten“) dem Potenzial und der Ausrichtung des Projekts nicht umfassend gerecht werden konnte.  Im Zentrum unserer Aktivitäten und des Netzwerks steht die Philosophie der selbstorganisierten Bildung – ein weltoffener und ganzheitlicher Ansatz, der mit dem Begriff der “World Citizen School” angemessener beschrieben wird. Die Selbstorganisation der studentischen Zivilgesellschaft, das eigens auf die Beine gestellte (Bildungs-)Engagement und die Kooperation zwischen den Mitgliedern prägen unsere DNA. Wir haben in den vergangenen Jahren, wie bei einem Gründungsprozess üblich, viel ausprobiert, um die Bedarfe unserer Mitglieder genauer kennen zu lernen. Seit Beginn an verstehen wir uns als lernende Organisation. Als Teil des Weltethos-Instituts an der Universität Tübingen und mit der Unterstützung aller KollegInnen an der Universität Tübingen konnten wir unseren Prototypen zu einem verbreitungsfähigen Modell reifen lassen. Dank gilt hier insbesondere den vielen studentischen MitarbeiterInnen der vergangenen Jahre sowie im Besonderen Dr. Christohper Gohl, Prof. Claus Dierksmeier und dem Generalsekretär der Stiftung Weltethos, Dr. Stephan Schlensog.

 

Der Initiator

 

Michael Wihlenda ist der Initiator der World Citizen School. Ersten Ideen dazu keimten bereits während seines Studiums der Volkswirtschaftslehre auf. Das Wirtschaftsstudium entpuppte sich für ihn als zu verschult und realitätsfern, er vermisste die Gelegenheit, sich eigenständig tiefer mit Inhalten auseinandersetzen zu können und sein Studium mitgestalten zu können. Geprägt von diesen Erfahrungen und ermutigt durch sein freiwilliges studentisches Engagement, wurde ihm bewusst, dass zu einer ganzheitlichen Bildung mehr gehört, als das reine Ableisten seines Studiums. In einer studentischen Initiative fand er die ersehnten Antworten auf strukturelle Defizite seines Wirtschaftsstudiums. Zu dieser Zeit verfestigte sich die Idee, studentische Initiativen zu mobilisieren und zu vernetzen, um gemeinsam einen “Curriculum Change in den Wirtschaftswissenschaften” von unten voranzubringen. Erste Kampagnenversuche folgten.

Nach seinem Studium 2009 führte ihn dieser Weg an die Steinbeis Hochschule Berlin. Dort arbeitete er als selbstständiger Projektleiter für das Institut “Corporate Responsibility Management” und war bei der Entwicklung, Einführung und Vermarktung des Masterstudiengangs  “Responsible Management” maßgeblich beteiligt. Dort sammelte er erste unternehmerische Erfahrungen und lernte den Ansatz der Hochschule – ein projektbasiertes und berufsintegriertes Studieren – überaus schätzen. Die Erkenntnis, auf diese Weise für Studierende, Unternehmen und die Hochschule gleichermaßen Mehrwert zu schaffen, prägte ihn nachhaltig. 2012 nahm er die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am neugegründeten Weltethos-Institut der Universität Tübingen an, in dessen Kontext er die WCS im Selbstverständnis einer weltethisch-orientierten Social Entrepreneurship School initiierte und seither stetig weiterentwickelt. Seit 2016 ist er darüber hinaus Koordinator des Social Innovation Programms der Universität Tübingen, das im Rahmen der WCS ganzheitliche Anwendung findet.

 

Entwicklung: Erste Nachahmer & Gründung des WCS Alliance e.V.

 

Nach einem Vortrag auf der UN PRME DACH Konferenz 2014 entstand noch unter dem alten Namen ein “Student HUB” an der HTW Chur  in der Schweiz. Ermutigt durch diese Anerkennung unserer Arbeit und völlig unerwarteten Erfolgs, wurde uns klar, dass unser Ansatz in der Welt gefragt. Es ermutigte uns verstärkt darüber nachzudenken, wie unsere Aktivitäten und Ideen auf unterschiedlichste Weise und in verschiedensten Teile der Welt Wirkung erzielen können. Besonders freuen wir uns über unser erstes zartes Pflänzchen und fremdsprachigen Ableger – die World Citizen School Aix-Marseille , die der Student David Schneider im Rahmen seines Auslandssemesters initiierte.

2018 gründeten wir den Verein World Citizen School – Alliance e.V. Der Verein verfolgt den Zweck der Verbreitung transformierender Social-Innovation –Lernprogramme und -Lernmaterialien, die (Weiter-)Entwicklung des kollegialen Hochschulnetzwerks, die mediale Verbreitung von Best Practice Beispielen, Begleitforschung und die Entwicklung von Train-the-Trainer Angeboten.

Weitere Informationen zu den Tätigkeiten unseres Vereins finden sie hier: www.socialinnovation.education. Der World Citizen School – Alliance e.V. unterstützt zudem das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland und ist