Entstehungsgeschichte

Auftakttreffen am 8. Mai 2013

Zu Beginn unserer Reise im Frühjahr 2013 am Weltethos-Institut der Universität Tübingen konnten wir noch nicht erahnen, wohin die Reise uns führen wird. In einem Punkt waren wir uns jedoch von Beginn an einig: Wir wollten an der Universität Tübingen einen Freiraum schaffen, der Studierenden neue Denk- und Handlungsfreiräume bietet, die es Ihnen erlauben Neues denken, entdecken und gestalten zu können. Uns motivierte die Idee, Menschen an einem Ort zusammenzubringen, um gemeinsam die Welt ein Stück bisschen besser zu machen.

Unter dem Titel „Netzwerktreffen für Studierenden-Initiativen, die gesellschaftlichen Mehrwert schaffen wollen“ luden wir am 8.5.2013 interessierte VertreterInnen aller uns bekannten Studierenden-Initiativen ein. Das Feedback zum ersten Austausch, in dem gemeinsame Herausforderungen erörtert wurde, war so positiv, dass wir beschlossen den Austausch zu verstetigen.

Unser vorrangiges Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem die „Fäden“ sprichwörtlich zusammenliefen. Hier kam uns der zunehmend verbreitete Name „Hub“, entgegen und wir gaben unserem Projekt den Namen „Student Hub“.

Bereits nach den ersten Monaten wurde uns jedoch klar, dass die Bezeichnung „Hub“ (dt. „Netzwerkknoten“) dem Potenzial und der Ausrichtung des Projekts nicht umfassend gerecht wird.  Unser „Kern“ war ein anderer. Die Selbstorganisation der studentischen Zivilgesellschaft sowie insbesondere die selbstorganisierten Bildungsaktivitäten (Curriculum Change) unserer Mitgliedsinitiativen gehören zu unseren zentralen Themen und Aktivitäten. Zwei Jahre nach der Gründung, im Frühjahr 2015, entschieden wir uns deshalb für den Namen World Citizen School. Seither haben wir wie bei einem Gründungsprozess üblich, unsere Aktivitäten ständig hinterfragt, verbessert oder verworfen und neue Aktivitäten getestet. Dank der Unterstützung des Weltethos-Instituts und der Universität Tübingen konnte unser Prototyp seit der Gründung stetig reifen. Eher zufällig konnten wir schon 2015  einen ersten Nachahmer finden.

Erste Nachahmer und Ableger

Eher zufällig konnten wir schon 2015 einen ersten Nachahmer finden. So entstand nach einem Vortrag über unser Modell auf der UN PRME DACH Konferenz 2014 noch unter unserem alten Namen ein „Student HUB“ an der HTW Chur in der Schweiz. In der Zwischenzeit ist es uns gelungen mit der World Citizen School ein ganzheitliches und verbreitungsfähiges Modell zu schaffen, das sich nun zunehmend seinen Weg von Tübingen aus in die „weite“ Welt bahnt. Seit dem WS16/17 arbeiten wir an dem Wissenstransfer an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland. Besonders freuen wir unseren ersten fremdsprachigen Ableger, der World Citizen School Aix-Marseille. Diese haben wir in besonderem Maße unserem Mitstreiter und sehr engagierten Studierenden David Schneider zu verdanken, der vor Ort im Rahmen seines Auslandssemesters dafür die Grundlagen erarbeitete, wichtige Netzwerke für eine nachhaltige Implementierung sowie den Austausch auf Basis studentischer Initiativen zwischen Tübingen und Aix-Marseille erschloss.

Dokumentation

Der Initiator

Gewinn Startery-Stipendium für Social Startups von SAP und dem Social Impact LabMichael Wihlenda ist der Initiator der World Citizen School. Die ersten Ideen dazu kamen ihm bereits während seines Studiums der Volkswirtschaftslehre, das ihm nach eigener Aussage verschult und realitätsfern das schöpferische Potenzial menschlichen Handelns absprach. Geprägt von diesen Erfahrungen und ermutigt durch sein freiwilliges studentisches Engagement wurde ihm früh bewusst, dass zu einer ganzheitlichen Bildung mehr gehört als nur das reine Ableisten seines Studiums. Im eigenen studentischen Engagement fand er eine Antwort auf strukturelle Defizite seines Wirtschaftsstudiums. Zu dieser Zeit kam ihm bereits die Idee, studentische Initiativen zu mobilisieren, um den gewünschten „Curriculum Change in Economics“ von unten voranzubringen. Erste studentische Moblisierungs- und Kampagnenversuche folgten.

Nach seinem Studium 2009 führten ihn seine Interesse am „Curriculum Change“ in den Wirtschaftswissenschaften an die Steinbeis Hochschule Berlin. Dort arbeitete er als selbstständiger Unternehmer für ein Hochschulinstitut und war bei der Entwicklung, Einführung und Vermarktung bis hin zur Verwaltung eines innovativen Masterstudiengangs in Responsible Management beteiligt. Diese ersten unternehmerischen Erfahrungen und insbesondere der Ansatz der Hochschule, durch projektbasiertes und berufsintegriertes Studium, sowohl für die Studierende, als auch für Unternehmen und Hochschule gleichermaßen Mehrwert zu schaffen, prägten ihn nachhaltig. 2012 nahm er die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im neugegründeten Weltethos-Institut an der Universität Tübingen an.