Worum geht es bei „SI“?

Wir verstehen uns  als Themenanwalt (Advocacy) für das freiwillige und ethisch motivierte Lernen und den damit verbundenen Aktivitäten engagierter Menschen, ihrer Initiativen, Projektteams und Social Startups an Hochschulen. Mit dem Bekanntmachen der vielfältigen Aktivitäten der Engagierten tragen wir zur Schaffung einer neuen und engagierten Bildungskultur im Sinne selbstbestimmten Lernens in (Praxis-)Gemeinschaften für unsere eine Welt bei.

SI – Social Initiative

Unter Social Initiatives verstehen wir studentische Initiativen und Projektteams als Communities of Practice (Praxisgemeinschaften), in denen sich Studierende regelmäßig austauschen und gemeinsam eigene Lernziele sowie (neue) Projektideen verfolgen. Dabei machen sie wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen und lernen ihre Umwelt mitzugestalten. Im freiwilligen Engagement erwerben die Studierenden damit ganz besonders benötigte Führungs- und Gestaltungskompetenzen für die zukünftige (berufliche) Tätigkeit in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

SI – Social Innovation

Unter gesellschaftlichen Innovationen verstehen wir neue Praktiken oder Formen der Kooperation, die mit der Suche nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme in Verbindung stehen und im normativen Sinn „gut für die Gesellschaft“ sind. Als Praxisgemeinschaften und Change Agents reflektieren Social Initiatives und Innovators gesellschaftliche Herausforderungen und testen (neue) Lösungen, Formen der Kooperation und gesellschaftliche Praktiken. Unsere Redaktionsteam dient dabei als Verstärker durch Bekanntmachen der Aktivitäten sowie der Recherche und das Einspeisen funktionierende Lösungsansätze andernorts. Durch unser inter- und transdisziplinäres Netzwerk und Bildungsangeboten zur Professionalisierung fördern wir die Kooperationskompetenz und nachhaltige Verbreitung gesellschaftlicher Innovationen durch die Studierendenschaft.

SI – Social Impact

Unter Social Impact verstehen wir die gesellschaftliche Wirkung als Ergebnis der Verbreitung sinnvoller gesellschaftlicher Praktiken hin zu größerem Gemeinwohl. Die Gesellschaft sowie insbesondere die Hochschulleitungen machen wir aufmerksam auf das an vielen Hochschulen weit unterschätzte und transformierende Potenzial der Studierendenschaft für eine gerechtere, nachhaltigere und friedlichere Weltgemeinschaft. Damit setzen wir auch ein wirkungsvolles Zeichen gegen die „Verschulung“ und dem weit verbreiteten „Bulimie-Lernen“ an Hochschulen (Curriculum Change) und weisen zum anderen auf die große potenzielle Hebelwirkung für Social Impact hin.

Themenanwalt für selbstbestimmtes Lernen

Selbstbildung

Unter Selbstbildung verstehen wir ein pädagogisches und ethisches Konzept. Es ist auf eine systematische Gestaltung der eigenen Persönlichkeit und lebenslanges Lernen im Sinne eines Sich-Bildens und einer sinnvollen Lebensführung ausgerichtet. Selbstbildungsaktivitäten von Studierenden werden insbesondere sichtbar im Kontext studentischer Initiativen. Studierende engagieren sich i.d.R. freiwillig in Initiativen. Sie folgen dabei ihren eigenen Interessen und handeln gemeinsam mit ihren Kommilitonen Themen und Projektideen aus, denen sie sich, je nach Ausrichtung, theoretisch oder praktisch widmen. Das selbstverantwortliche Bildungsengagement wird besonders deutlich bei der Organisation von Seminaren, Workshops, Podiumsdiskussionen, Symposien oder Konferenzen. Diese Aktivitäten gehören zum Standardrepertoire studentischer Initiativen und werden zugleich an Hochschulen bisher unzureichend als Bildungsengagement (an-)erkannt.

Curriculum (Vitae) Change  – Bildung „von unten“

Im freiwilligen studentischen Engagement tragen Studierende in zweierlei Hinsicht zum „Curriculum Change“ bei:

  • Zum einen grenzen sich die Aktivitäten der Engagierten von klassischer Hochschullehre ab, indem die Lerninhalte nicht „von oben“ durch einen Lehrplan vorgegeben werden, sondern sich diese selbstbestimmt und selbstorganisiert und nach eigenen Interessen „von unten“ erarbeitet werden. Aus dieser Perspektive sind Initiativen Bildungsanbieter für ihre Kommilitonen bzw. der Öffentlichkeit. Darüber hinaus treten sie nicht selten als Bildungsveränderer bzw. Bildungsinnovatoren in Erscheinung. Zu den bisher größten und innovativen Bildungsprojekten unseres Netzwerks gehören die Wochen für Nachhaltige Entwicklung und die Menschenrechtswochen, sowie zahlreiche Ringvorlesungen. Ein besonderes Beispiel ist das von der Initiative Greening the University initiierte „Studium Oecologicum“, das mittlerweile fester Bestandteil des formalen Lehrangebots der Universität wurde.
  • Zum anderen fördert die Selbstbildung in studentischen Initiativen in besonderem Maße die individuelle Persönlichkeitsenticklung und das lebenslange Lernen im Sinne eines ganzheitlichen Lauf des Lebens. Diese Entwicklung bezeichnen wir als Change des Curriculum Vitae.

Kooperatives Lernen (Co-Learning): Förderung des Zusammenhalts, Verbreitung gesellschaftlicher Innovationen und gesellschaftliche Wirkung

In unserer SI Community lernen die Studierenden von und miteinander auf Augenhöhe. Im Austausch miteinander sind sie sich selbst Rollenbeispiele (Peer Learning). Im Prozess der interdisziplinären Vernetzung gewinnen sie Vertrauen zueinander und schließen sich nicht selten in Projekten zusammen, um gemeinsam mehr erreichen zu können (Collective Social Impact). Dadurch erfahren sie eine Stärkung ihrer persönlichen und beruflichen Kooperationskompetenz. Diese Kompetenz befähigt sie zukünftig Menschen in Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft nachhaltig an transformativen Veränderungsprozessen beteiligen zu können und vielversprechenden gesellschaftlichen Innovationen zur Verbreitung zu verhelfen.