Programm: Curriculum Change in Economics

Mit dem Programm Curriculum Change in Economics fördern und kommunizieren wir die selbstorganisierte Bildung von und für Wirtschaftsstudierende zu den Themen Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit und plurale Ökonomik.

Das gesellschaftliche Problem

Viele Studierende der Wirtschaftswissenschaften sind unzufrieden. Sie stellen sich zunehmend die Frage nach dem Sinn ihres Studiums und sind auf der Suche nach Alternativen abseits der vorherrschenden Mainstream-Ökonomie. Sie bemängeln, dass sie nach rein ökonomischen Kriterien bewerten lernen, anstatt zum Beispiel gesellschaftliche, politische oder ökologische Anliegen und Aspekte angemessen zu berücksichtigen oder gar diesen aus wissenschaftsethischer Perspektive den Vorrang zu gewähren. Ihnen fehlt der Zugang zu entsprechendem Wissen, um Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen oder weltweiten Krisen aus ökonomischer Perspektive adäquat erarbeiten zu können. Die Vielfalt ökonomischer Theorien und Methoden, eine kritische Diskussionskultur und damit der Zugang zur Welt aus unterschiedlichen Perspektiven wird ihnen systematisch vorenthalten. In der Folge ist ihr Studienalltag nicht selten geprägt von passivem und unkritischem Konsum ökonomischer Bildung. Die extrinsische Motivation auf eine spätere Anstellung durch reines Ableisten und Bestehen der Prüfungen (Bulimie-Lernen) dominiert. Intrinsisch motiviertes Lernen im Sinne von selbstbestimmtem, entdeckendem und forschendem Lernen wird erschwert. Den Studierenden fehlen Freiräume zum ökonomischen Selbstdenken, zum Entdecken und Experimentieren. Als Lernende im klassischen Top-Down-Setting bleibt ihnen daher oftmals keine andere Wahl, als darauf zu vertrauen, dass ihre Bildungsinstitutionen und DozentInnen sie in ihrem sowie im Interesse der Wirtschaft und der Gesellschaft gleichermaßen ausbilden.

Für die Gesellschaft bedeutet die vorherrschende ökonomische Bildung, dass AbsolventInnen wichtige Kompetenzen zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung fehlen. Eine ganzheitliche Lebensweltorientierung im komplexen Zusammenspiel der verschiedenen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Institutionen wird erschwert. Darüber hinaus werden die Chancen für ökonomisches Selbstdenken und ökologisches, soziales und moralisches Wirtschaften verringert.

Unser Lösungsansatz

Das Programm Curriculum Change in Economics zielt darauf ab, das freiwillige studentische Bildungsengagement im Bereich der Wirtschaftswissenschaften für Hochschulen und Gesellschaft sichtbarer und wirksamer zu machen. Unzufriedene Wirtschaftsstudierende werden motiviert ihre Curriculum Vitae nach ihren eigenen Bildungsvorstellungen zu gestalten und zugleich beim Erwerb ethischer Handlungskompetenzen unterstützt. Die Chancen für Hochschulen liegen in der positiven Wirkung studentischer Bildungsangebote und -innovationen in Bezug auf Verbesserungen der formalen Curricula, der Qualität der Lehre, der Forschung und der Studienstrukturen.

Unsere Ziele

  • Wir vernetzen Studierenden-Initiativen aus den Bereichen Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit und Plurale Ökonomik.
  • Wir fördern ethisches Verantwortungsbewusstsein, studentische Bildungsprojekte und Bildungsinnovationen in den Wirtschaftswissenschaften.
  • Wir motivieren unzufriedene Wirtschaftsstudierende nach eigenen Interessen Wirtschaft zu studieren.

Herausforderungen ökonomischer Bildung

  • Fehlendes Wissen neben rein ökonomischen Bewertungskriterien verhindert effiziente Problemlösungen für gesellschaftliche Herausforderungen und Krisen.
  • Eine ganzheitliche und lebensweltliche Orientierung im komplexen Zusammenspiel der verschiedenen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Institutionen wird erschwert.
  • Fehlende Theorien- und Methodenpluralität verhindern wissenschaftliche Erkenntnisgewinne.
  • Studierende fragen zunehmend nach dem Sinn ihres Studiums.
  • Fehlende Diskussionskultur und passiver Konsum ökonomischer Bildung sind Alltag.
  • Extrinsische Motivation im Sinne eines reinen Ableistens und Bestehens von Prüfungen dominiert.
  • Fehlende Freiräume und Motivation für ökonomisches Selbstdenken, Entdecken und Experimentieren.
  • Intrinsische Motivation im Sinne selbstbestimmten und forschenden Lernens ist schwach ausgeprägt.
  • AbsolventInnen betreten Arbeitsmarkt ohne Erwerb ethischer Handlungskompetenzen.
  • Chancen auf ökologisches, soziales und moralisches Wirtschaften und Unternehmertum werden gemindert.