Worum geht es?

Selbstbildung

Unser Selbstbildungsprogramm Curriculum Change ist eine Bildungskampagne, die das freiwillige und selbstorganisierte Bildungsengagement von Studierenden und ihren Initiativen fördert.
Unter Selbstbildung verstehen wir ein pädagogisches und ethisches Konzept. Es ist auf eine systematische Gestaltung der eigenen Persönlichkeit und lebenslanges Lernen im Sinne eines Sich-Bildens und einer sinnvollen Lebensführung ausgerichtet.
Selbstbildungsaktivitäten von Studierenden werden insbesondere sichtbar im Kontext studentischer Initiativen. Studierende engagieren sich i.d.R. freiwillig in Initiativen. Sie folgen dabei ihren eigenen Interessen und handeln gemeinsam mit ihren Kommilitonen Themen und Projektideen aus, denen sie sich, je nach Ausrichtung, theoretisch oder praktisch widmen. Das selbstverantwortliche Bildungsengagement wird besonders deutlich bei der Organisation von Seminaren, Workshops, Podiumsdiskussionen, Symposien oder Konferenzen. Diese Aktivitäten gehören zum Standardrepertoire studentischer Initiativen und werden zugleich an Hochschulen bisher unzureichend als Bildungsengagement (an-)erkannt.

Curriculum Change

Der fehlenden Anerkennungskultur, vorherrschenden „Verschulung“ und dem weit verbreiteten „Bulimie-Lernen“ wollen wir durch das Schaffen neuer Freiräume auf dem Campus entgegenwirken.
Für unser Programm wählten wir das Begriffspaar „Curriculum Change“, das sich für unsere Absichten in zweierlei Hinsicht anbietet, denn die Aktivitäten unserer Initiativen tragen zu einer Veränderung des eigenen Studiums sowie auf der persönlichen Ebene zur Veränderung des eigenen Lebenslaufs bei:
Zum einen grenzen sie sich von klassischer Hochschullehre ab, indem die Lerninhalte nicht „von oben“ durch einen Lehrplan vorgegeben werden, sondern selbstbestimmt und selbstorganisiert „von unten“ erarbeitet werden. Aus dieser Perspektive sind Initiativen Bildungsanbieter für ihre Kommilitonen bzw. der Öffentlichkeit. Darüber hinaus treten sie nicht selten als Bildungsveränderer bzw. Bildungsinnovatoren in Erscheinung. Zu den bisher größten und innovativen Bildungsprojekten unseres Netzwerks gehören die Wochen für Nachhaltige Entwicklung und die Menschenrechtswochen, sowie zahlreiche Ringvorlesungen. Ein besonderes Beispiel ist das von der Initiaitve Greening the University initiierte „Studium Oecologicum“, das mittlerweile fester Bestandteil des formalen Lehrangebots der Universität wurde.
Zum anderen fördert die Selbstbildung in studentischen Initiativen in besonderem Maße die individuelle Persönlichkeitsenticklung im Sinne eines ganzheitlichen Lauf des Lebens. Diese Entwicklung bezeichnen wir als Change des Curriculum Vitae.

Die Aktivitäten unserer Mitglieder kommunizieren wir über unsere Medien unter der Bezeichnung „Curriculum Change Events“. Zu den Themenschwerpunkte unserer Mitglieder gehören Nachhaltigkeit, Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaftsethik, Demokratie & Menschenrechte und Chancengerechtigkeit. Diese haben sich „bottom-up“ aus der Besetzung unserer Mitglieder ergeben. Durch die damit verbundene größere Sichtbarkeit wollen wir das Engagement anschlussfähig machen für formale Hochschulcurricula. Die Zusammensetzung unseres Netzwerks und den damit verbundenen Themen ist zugleich Ausdruck der expliziten Förderung von ethisch motiviertem Bildungsengagement. Die gemeinwohlorientierten Themen der Initiativen besitzen darüber hinaus eine besondere Relevanz und Aktualität. In Tübingen wird dies insbesondere durch die Anerkennung des Engagements durch ECTS über den Career Service möglich.

Wir schaffen einen Freiraum und Anerkennungskultur, indem wir…

 

a) die Aktivitäten aller Mitglieder zentral und regelmäßig in unserem Online-Kalender, Printmedien und unseren Blogs sichtbar machen,

b) bei der Umsetzung der Veranstaltungen als Ratgeber zur Seite stehen und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen,

c) durch eine eigene Changemaker-Bibliothek mit Literatur zu den Themen Social Entrepreneurship, Non-Profit-Management, Nachhaltigkeit, Entwicklungszusammenarbeit, Globalisierung, Interkulturalität und Wirtschaftsethik,

d) durch die Vernetzung mit universitären Einrichtungen und Partnern und

e) durch Begleitforschung und Evaluation aller Aktivitäten, die wir erstmalig umfassend im Wintersemester 2015/16 erfasst und analysiert haben.